Als das Hauptgebäude des ehemaligen Nordsee-Sanatoriums zu verfallen drohte, legte Heinrich Ehlers im Sommer 1986 ein Gästebuch aus – im eigenhändig restaurierten Speisesaal des Hauses, begleitend zu einer kleinen Jugendstil-Ausstellung. Er bat die Besucherinnen und Besucher, ihre Unterstützung für die Erhaltung des von August Endell erbauten Hauses einzutragen.
Über Wochen füllten sich die Seiten: mit Feriengästen aus dem ganzen Bundesgebiet, Wyker Einheimischen, ehemaligen Patienten und Internatsschülern, Nachfahren der Gründerfamilie Gmelin – und sogar einem Gast aus Damaskus. Fast alle Stimmen eint ein Wunsch: dieses Zeugnis des Jugendstils möge nicht verloren gehen.
Das Original können Sie in unserer Ausstellung in der Villa Ludwig selbst durchblättern. Damit auch alle, die uns vorab oder von zu Hause aus besuchen, die bewegenden Zeilen lesen können, geben wir hier einen Einblick in das historische Dokument – und einige der eindrücklichsten Botschaften.
„Unsere Generation muß sich fragen lassen, ob sie wirklich reich genug ist, einen solchen Verlust an kultureller Substanz klaglos hinzunehmen …“
— Frithjof Wagner, 5. September 1986
„Das Jugendstil-Sanatorium ist ein Geschenk, das wir pflegen müssen und dem wir seine Würde wiedergeben müssen.“
— Bruno Preisler, Wyk auf Föhr, 14. August 1986
„Rettet, was noch zu retten ist. Es ist 5 vor 12!“
— ein Gast aus Reutlingen, 1986
„Welche Insel kann sich schon rühmen, ein Original-Endell-Gebäude vorzuweisen?!“
— ein Gast aus Nieblum, 17. August 1986
Fast vierzig Jahre später haben wir das Gästebuch vollständig digitalisiert. Es ist ein bewegendes Dokument bürgerschaftlichen Engagements – und eine Erinnerung daran, wie viel Menschen die Baukultur ihrer Insel bedeutet.
Besuchen Sie die Ausstellung in der Villa Ludwig und blättern Sie selbst im Original.